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Deutschlandfunk: Verbrauchertipp
Manuskript vom: 25.10.2000

Nacken- oder Rückenschmerzen? - Der optimale Computer-Arbeitsplatz
von Kai Althoetmar
Redaktion: Dietmar Reiche

Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz – das ist ein Thema, das längst nicht nur Industriearbeiter betrifft. Auch im Büroalltag gibt es gesundheitliche Gefahren. Solche Risiken gehen zum Beispiel von einer ungesunden Sitzhaltung oder ungeeigneten Büromöbeln aus. Vor allem die Wirbelsäule kann bei der Arbeit am Schreibtisch dann zu Schaden kommen. Die Berufsgenossenschaften als Träger der Unfallversicherung wollen dem vorbeugen und geben Ratschläge zum Thema 'Gesundes Arbeiten im Büro'.

Zu den häufigsten Ursachen von Krankmeldungen im Büro gehören Rückenleiden. Durchschnittlich 21 Tage ist ein Mitarbeiter dann außer Gefecht. Solche Fehlzeiten lassen sich oft vermeiden – mit den richtigen Büromöbeln und der richtigen Höheneinstellung. Bernd Schröder von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft nennt das Beispiel Bürostuhl.

„Da gibt es einige Grundregeln, zum Beispiel: Die Beine sollten im rechten Winkel oder etwas größer als in einem rechten Winkel ganzflächig auf der Erde aufsitzen. Der Stuhl sollte eine entsprechende Höhe dann haben zum Schreibtisch – dass ich die Arme im rechten Winkel auf die Tischplatte legen kann oder leicht größer als im rechten Winkel.„

Das beugt ungesunden Sitzhaltungen vor und schont die Wirbelsäule. Gleiches gilt für den Schreibtisch.

„Wir wollen ja dynamisch sitzen. Dynamisch sitzen heißt aber auch, dass ich während der Arbeit aufstehen kann, dass ich mich bewegen kann. Jede Bewegung bringt mir etwas, sie bringt dem Körper etwas. Wer rastet, der rostet. Und wenn ein Tisch von einer Sitzhöhe in eine Stehhöhe zu verstellen ist, ist das natürlich ideal.„

Höhenverstellbare Schreibtische: Mal sitzt man dann, mal steht man. Die Verstellmechanismen solcher Lift-Tische sind meist so ausgelegt, dass Akten, Bildschirm und Telefon am Platz bleiben, wenn man die Höhe des Tischs verstellt. Solche Schreibtische gibt es ab etwa 1.200 Mark. Die billigere Alternative sind Stehpulte.

Ein weiterer Gesundheitsfaktor ist der Umgang mit dem Telefon. Telefonieren und gleichzeitig am PC arbeiten, kann ebenfalls der Körperhaltung schaden. Büroexpete Schröder:

„Wenn ich also im Callcenter telefoniere, so wie ich das immer zu Hause mache, wenn ich meine Hemden bügele, dann habe ich den Hörer ins Ohr geklemmt oder unters Ohr zwischen Schulter und Ohr geklemmt – und das gibt eine Zwangshaltung. Und wenn ich das acht Stunden am Tag machen muss – das geht einfach nicht.„

Abhilfe schaffen sogenannte Head-Sets, also Kopfhörer zum Telefonieren. Man braucht dann keinen Telefonhörer mehr zu halten, die Arbeit am Bildschirm läuft auch flotter. In Callcentern etwa sind solche Geräte bereits üblich.

Auf dem Vormarsch sind auch Flachbildschirme – die zunehmend die zwar billigen, aber schweren und flimmernden Röhrenbildschirme verdrängen.

„Der Flachbildschirm hat einen wesentlich Vorteil: Er ist natürlich wesentlich kleiner, dadurch spart man Platz im Büro, der Schreibtisch wird kleiner gehalten werden. Und dann ist ein Flimmern absolut unmöglich, da der Bildaufbau nicht mehr wie beim herkömmlichen Kathoden-Strahler 85 mal in der Sekunde passiert, sondern sich auf dem Bildschirm nur verändert, was angesteuert wird. Und die Röntgenstrahlung ist ausgeschlossen, da nichts drin ist, was strahlen kann.„

Genauso wichtig ist aber, den richtigen Abstand zum Bildschirm einzuhalten: 45 bis 60 Zentimeter. Die Schriftgröße am Computer sollte dabei nicht zu klein gewählt werden.

Nicht zu vernachlässigen ist letztlich auch die Büroatmosphäre: Dazu zählen Klima und Farben. Bernd Schröder:

„Ich halte es damit, dass die Farbe, wo sich jemand wohlfühlt, wo er sich nicht beeinträchtigt fühlt, dass die in Ordnung ist. Wenn jemand ein schwarz-weißes Büro wählt, was ihm anfänglich gefällt, dann wird er später sowieso davon abkommen.„

Stattdessen sollten Pastellfarben ein Büro dominieren. Grelle Farben wie Gelb können nach Ansicht von Psychologen Aggressionen auslösen. Grünpflanzen dagegen werten die Atmosphäre eines jeden Büros auf.

© DeutschlandRadio 1999, 2000

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