Deutschlandfunk: Verbrauchertipp
Manuskript vom:
23.10.2000
Jobsuche im
Internet
von
Dieter Nürnberger
Redaktion: Dietmar Reiche
Das Internet ist bekanntlich 24 Stunden geöffnet und das macht auch die Stellensuche im Netz recht komfortabel. Inzwischen gibt es in Deutschland rund 200 digitale Jobbörsen: Nachfrage und Angebot nehmen ständig zu. Die Stiftung Warentest hat sich diese moderne Art der Arbeitsvermittlung genauer angeschaut.
Die Möglichkeiten für den
Computernutzer, über das Internet eine neue Stelle zu finden sind vielseitig. Da
gibt es kommerzielle Anbieter ebenso wie Zeitungen und Zeitschriften, die ihre
Stellenmärkte in das Netz stellen. Und natürlich kann der Suchende auch direkt
die Unternehmen seiner Wahl anklicken, auch hier sind häufig offene Stellen im
Angebot. Und die Deutschen machen von diesen Möglichkeiten auch regen Gebrauch:
Inzwischen sind es monatlich knapp 800.000 Menschen, die für die Arbeitssuche
das Internet nutzen - mehr als doppelt soviel wie noch zu Beginn des Jahres. Und
der Interessent findet dabei - sagt Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest
- durchaus auch gute alte Bekannte. Kerstin Backofen: "Richtig ist, dass die Bundesanstalt für Arbeit
die meisten Stellen anbietet. Von den etwa 600.000 im Internet verfügbaren
Angeboten haben die allein 450.000. Bei den Jobbörsen im Internet ist es so,
dass wenige spezifiziert sind. Man kann also nicht sagen, es gibt eine Jobbörse
nur für Ingenieurberufe oder andere Branchen. Jedoch bieten die Jobbörsen meist
eine umfangreiche Suchfunktion an. Man kann innerhalb einer Jobbörse nach
bestimmten Kriterien suchen: Beispielsweise nach dem Arbeitsort, der eigenen
Qualifikation oder auch nach Branchen. Also: ganz aktuell die IT-Branche."
Zu den digitalen Stellenangeboten gesellen sich oft auch umfangreiche
Dienstleistungen hinzu. Bei einigen Ausschreibungen führt ein Link im Idealfall
beispielsweise direkt zum Bewerbungsformular. Andere Anbieter hingegen geben nur
eine Anschrift oder eine Telefonnummer an. Oft steht ein Ratgeber zur richtigen
Bewerbung, zur Ausbildung oder auch zum Arbeitsrecht bereit. Einige Jobbörsen
bieten zusätzlich die Möglichkeit einer Registrierung des Arbeitssuchenden. Der
gibt dann sozusagen eine Annonce auf. Kerstin Backofen: "Bei meiner Recherche hab ich festgestellt, dass
auf der Unternehmensseite die Bereitschaft sehr groß ist, solche Sachen auch zu
untersuchen. Die Firmen gehen also immer mehr selbst in das Internet, um
Bewerber zu suchen. Das ist durchaus eine Chance! Und man wird teilweise von den
Jobbörsen auch mit neu hereingekommenen Stellen versorgt - speziell auf das
eigenen Suchangebot zugeschnitten. Das läuft permanent, man ist also nicht
darauf angewiesen, ständig zu gucken, man wird auch mit Newslettern oder
ähnlichen versorgt." Doch liegen Licht und Schatten bei den Jobbörsen im Internet auch eng
beieinander. So gibt es gibt Erfahrungen, dass bereits längst besetzte Stellen
häufig immer noch im Netz angeboten werden. Eines sollte der Bewerber bei diesem
Vermittlungsweg aber auf jeden Fall beherzigen: Der schnelle Mausklick darf
nicht dazu führen, dass die Sorgfalt bei der Bewerbung auf der Strecke bleibt.
Kerstin Backofen: "Genau das ist der Fehler. Bei Gesprächen mit
Personalverantwortlichen ist heraus gekommen, dass die sehr wohl genau so hohe
Ansprüche an die E-mail-Bewerbung stellen, wie an eine ganz normale Bewerbung.
Das heißt: die Rechtschreibung, die Grammatik muß stimmen, die Form muß
ordentlich aussehen. Man sollte also genau die Regeln, die an eine normale
schriftliche Bewerbung gestellt sind, auch für die elektronische Bewerbung
beachten. Sich auch richtig Zeit dafür nehmen, denn Personalverantwortliche
kriegen es sehr schnell mit, ob man dahintersteht und es ordentlich formuliert."
Adressen von Internet-Jobbörsen findet man am besten, wenn Wörter wie Job,
Arbeits- oder Stellenangebote bei den bekannten Suchmaschinen im Netz eingegeben
werden.
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