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Deutschlandfunk: Verbrauchertipp
Manuskript vom: 10.5.2002

Vor- und Nachteile von Billigfliegern
von Stefan Troendle
Redaktion: Dietmar Reiche

Billigflüge sind inzwischen eine echte preisliche Alternative und zwar vor allem dann, wenn man selbst flexibel ist - oder wenn man früh bucht. Fünf große Linien gibt es, die den deutschsprachigen Markt bedienen: Germania, Go, Ryanair, Easyjet und Buzz. In Großbritannien, wo die meisten dieser Low-Cost-Airlines herkommen, gibt es inzwischen eine richtige Billigflugkultur - und einen knallharten Preiskampf. Und auch in Deutschland wird konsequent erweitert - jüngstes Beispiel: Easyjet - nach Ryanair Nummer 2 auf dem Markt - will die Deutsche BA übernehmen. Die Linie, die im deutschsprachigen Raum nur die Schweiz ansteuert, wäre dann auf einen Schlag auf fast allen großen deutschen Flughäfen vertreten und könnte diese an ihr bereits vorhandenes Streckennetz anbinden.

Billigfliegen ist einfach, als Kunde muss man nur Zeit zum Suchen haben. Denn alle Fluglinien setzen konsequent auf Internetbuchungen, das spart teure Gebühren für die Vermittlung durch Reisebüros. Telefonisch reservieren geht zwar - kostet aber mehr. Bei einigen Fluglinien sind dann die Flüge teurer, bei anderen muss man für die Buchung eine teure 0190er Nummer anwählen.

Die einfachste Variante geht so: Man sucht sich die Internet-Seite des entsprechenden Anbieters, gibt Reisedatum und Ziel ein und bekommt dann ein Angebot - bei einigen Fluglinien wie Easyjet oder Buzz läuft das sogar so, dass man für die gewünschte Flugroute, die Flüge für drei Tage rund um das gewählte Datum bekommt. So kann man sich die günstigste Verbindung heraussuchen. Aber: Bei einigen Billig-Fluglinien muss man aufpassen - insbesondere bei Ryanair. Denn auch wenn ein Flug anfangs sehr billig erscheint - bei vielen kommen noch Steuern und Gebühren für Versicherung und Kreditkartenzahlung dazu, ein vermeintlich günstiges Angebot kann so schnell mal das Doppelte kosten. Und man sollte ebenfalls daran denken, dass man Einzelflüge bucht - dass man den Rückflug zum gleichen Preis bekommt ist deshalb nicht garantiert. Am besten man probiert ein paar Termine rund um das gewünschte Flugdatum aus, denn beliebte Tage - Freitag oder Montag - sind häufig teurer - ein Preisunterschied von bis zu 150 Euro pro Strecke auf der identischen Strecke ist locker drin. Hat man einen Flug gefunden, gibt man auf der Internet-Seite seine Kreditkarten-Daten ein. Wer Angst vor Missbrauch hat:

Die werden per SSL-Technologie recht sicher verschlüsselt. Anschließend bekommt man einen Buchungscode mitgeteilt. Den sollte man sich notieren, auch wenn man immer noch einmal eine Bestätigung per E-Mail bekommt. Denn dieser Code ist das eigentliche Ticket - die Nummer und der Personalausweis braucht man am Check-in Schalter - mehr nicht. Das restliche Verfahren ist einfach, einfacher meist, als bei einem regulären Linienflug. Reservierte Plätze gibt es bei den meisten Billigfliegern keine, man steigt ein, setzt sich dahin, wo man will - fliegt - und steigt aus. Mehr sollte man sich nicht erwarten, denn mehr gibt's nicht. No-Frills-Airlines heißen die Billigflieger auf englisch, das heißt Fluglinien ohne Schnickschnack. Was das bedeutet sieht man schon bevor der Flug losgeht. Viele fliegen aus der Provinz, sparen teure Landegebühren - Beispiel Ryanair mit der Hauptbasis Hahn im Hunsrück - das bedeutet für die Passagiere aber mehr Zeit und Benzinkosten für die Anfahrt. In der Regel muss man zum Flugzeug laufen, Fingerdocks oder Busse kosten zuviel. Die Sitzabstände sind überall recht eng, alle Zusatzleistungen an Bord müssen bezahlt werden. Mit Ausnahme von Germania gibt es zwar Service an Bord - aber der ist zum Teil richtig teuer - Essen ab um die 6 Euro, ein Bier kostet schnell mal 3,50 - erfahrene Billigfluggäste haben ihr Lunchpaket dabei. Dass es auch keine Zeitungen gibt, ist eigentlich schon fast selbstverständlich. Was wichtiger ist : Gespart wird auch an Garantien. Wenn ein Flug nicht stattfindet, gibt's das Geld zurück - mehr nicht. Kein Hotel auf Kosten der Airline, kein Ersatzflug mit einer schnell gecharterten Maschine, kein Auslagen-Ersatz für Anfahrt oder ähnliches. Das muss man wissen, bevor man einen Billigflieger wählt, denn bei wichtigen Terminen kann so etwas schnell zum Problem werden. Und: Billigflieger fliegen einfache Strecken. Gepäck durchchecken geht nicht, wer umsteigen will, muss komplett aus- und danach wieder einchecken. Das kostet Zeit und kann bei Verspätungen dazu führen, dass man seinen Anschlussflug verpasst. Gespart wird also überall - ausser an der Sicherheit. Mal abgesehen davon, dass sich keiner der noch recht neuen Anbieter eine Panne leisten kann, müssen sich die Billigairlines, wie alle anderen auch, an die europaweiten Standards halten, für jeden Jet gibt es Vorschriften des Herstellers, die befolgt werden müssen - und außerdem werden sie regelmäßig vom Luftfahrtbundesamt kontrolliert.

Fazit:
Man kann - ohne Sorge - billig fliegen, da sich diese Fluglinien aber über die Preise definieren, sind Billig-Airlines nur dann zu empfehlen, wenn die Tickets wirklich günstig sind - das sind sie nämlich nicht immer.

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